Mineralwasser
 




Mineralwasser

Mineralwasser

Als Mineralwasser werden im allgemeinen Sprachgebrauch Natürliches Mineralwasser sowie oft auch andere zum Verzehr geeignete Wasserprodukte bezeichnet. Die offiziellen Produktbezeichnungen in Deutschland, sowie in Österreich lauten:

Natürliches Mineralwasser: Es hat seinen Ursprung in unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen, wird an der Quelle abgefüllt, und muss amtlich anerkannt werden.
Quellwasser: Es stammt ebenfalls aus unterirdischen Vorkommen, darf aber Spuren von Verunreinigungen enthalten und bedarf keiner amtlichen Anerkennung.

Tafelwasser: Es besteht hauptsächlich aus Trinkwasser. Es gibt keine Anforderungen an den Mineralstoffgehalt oder die Behandlungsmethoden. Bei erhöhtem Kohlensäuregehalt wird es in Österreich auch als Sodawasser bezeichnet.

Heilwasser: Wenn das Wasser aufgrund des Nachweises einer heilenden, lindernden oder vorbeugenden Wirkung als Arzneimittel zugelassen wurde, spricht man von einem Heilwasser. Der Mineralien- und Spurenelementgehalt von Heilwässern liegt meistens in ähnlicher Größenordnung wie bei Natürlichen Mineralwassern.

Ist Mineralwasser gesünder als Leitungswasser?
Diese Frage führt häufig zu heftigen Kontroversen. Der Mensch kann seinen Bedarf an Mineralien vollständig aus der festen Nahrung decken, bei einem gesunden Menschen und bei normaler Ernährung macht es deshalb keinen Unterschied, ob man seinen Flüssigkeitsbedarf nun durch Mineralwasser oder Leitungswasser deckt. Liegt allerdings eine Milchunverträglichkeit vor, so kann das Trinken eines calciumreichen Mineralwassers sinnvoll sein. In kalkhaltigen Gegenden ist der Calcium-Gehalt des Trinkwasser allerdings höher als der eines durchschnittlichen Mineralwassers, so enthält Berliner Trinkwasser bis zu 150 mg Calcium pro Liter, manche Mineralwässer nur ein Zehntel davon. Kritiker behaupten, dass die Mineralien in Mineralwässern in Teilchen enthalten sind, die zu groß seien, um vom Körper aufgenommen zu werden. Die Stoffe würden demnach unverändert mit dem Urin ausgeschieden werden. Daher sei Mineralwasser also nicht besser als Leitungswasser, das ebenfalls Mineralstoffe enthält. Der Kritik stehen Studien gegenüber, in denen die Bioverfügbarkeit von Mineralstoffen aus Mineralwässern nachgewiesen wurde. Dementsprechend habe Calcium aus Mineralwasser die gleiche Resorptionsfähigkeit wie Calcium aus Milch (ca. 37–49 %). Ebenso konnte bei Magnesium eine hohe Resorptionsrate festgestellt werden (ca. 50 %).
Sehr calciumreiche Mineralwässer schmecken oft bitter, vor allem wegen des hohen Calciumsulfat-Anteils. Mineralwässer weisen zudem häufig einen erhöhten Gehalt an Radon-222 und Radium-226 auf und tragen damit zu einer größeren Strahlenexposition des Organismus bei. Eine gesundheitliche Gefährdung ist daraus allerdings vermutlich nur in Sonderfällen (z. B. bei extrem häufigem Genuss) abzuleiten. Nach Angaben von Rolf Michel, Leiter des Zentrums für Strahlenschutz und Radioökologie der Universität Hannover, hat etwa ein Säugling, der jährlich 50 Liter des am stärksten belasteten Mineralwassers trinkt, eine zusätzliche Strahlenbelastung von 0,1 Millisievert pro Jahr, was in etwa der Strahlenbelastung bei einem Langstreckenflug entspricht. Trinkwasser ist mitunter Umwelteinflüssen ausgesetzt, während sich die Einflüsse beim Mineralwasser wenig bis gar nicht bemerkbar machen. In Deutschland ist allerdings selbst in langen Rohrleitungssystemen bis zum Wasserhahn kaum eine Gefahr gegeben, dass Verunreinigungen und Bakterien ins Wasser kommen, da die Leitungen unter hohem Druck stehen, was ein Eindringen effektiv verhindert. Gefahren für Verunreinigungen bietet neben den Rohrleitungssystemen auch der Auslass (Hahn). Gerade dort können sich Bakterien vermehren, vor allem, wenn Wasserfilter benutzt werden. Mineralwasser bietet den Vorteil gleich bleibender Wasserqualität. Allerdings kann es in Ausnahmefällen zu einer Verunreinigung beim Abfüllen kommen. Zum Beispiel bei Plastikflaschen muss sichergestellt werden, dass chemische Verbindungen nicht aus dem Verpackungsmaterial in das Wasser übertreten. Die Mineral- und Tafelwasserverordnung schreibt strengere mikrobiologische Grenzwerte als beim Trinkwasser vor, die u. a. durch die Lebensmittelüberwachung kontrolliert wird. Während bei der Trinkwasseraufbereitung erheblich in das Produkt eingegriffen wird, darf Mineralwasser in seiner ursprünglichen Zusammensetzung nicht verändert werden.